Awareness Schulung „Sehbehinderte und blinde Gäste“

Was bedeutet es, „blind“ zu sein? Wie fühlt es sich an, nichts oder nur sehr wenig zu sehen? Die meisten von uns können das nicht nachempfinden....

“Blind” - wie fühlt sich das eigentlich an?

Was bedeutet es „blind“ zu sein? Wie fühlt es sich an, nichts oder nur sehr wenig zu sehen? Die meisten von uns können das nicht nachempfinden. Doch wie gehen wir mit Menschen, die blind oder sehbehindert sind, richtig um? Vor allem für die Kolleginnen und Kollegen der Abteilung Flughafen München stellt sich diese Frage täglich.

Im Geschäftsbereich „Mobility Service“ unterstützen unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Auftrag der Flughafen München GmbH jeden Tag Fluggäste mit Mobilitätseinschränkung und Behinderung beim Ein-, Aus- und Umsteigen in den Terminals des Flughafens München. Um auf jeden Fluggast adäquat eingehen zu können, seine Bedürfnisse und Wünsche wahrzunehmen und richtig zu deuten, finden regelmäßig Schulungen statt. Eine dieser Schulungen zielt speziell auf den Bereich „Sehbehinderung“ ab. Gemeinsam mit zwei Mitarbeiterinnen des Bayerischer Blinden- und Sehbehindertenbund e.V. lernen unsere MitarbeiterInnen die Welt, in der blinde und sehbehinderte Menschen leben, besser kennen und verstehen.

Um sich die verschiedenen ursächlichen Krankheiten überhaupt vorstellen zu können, haben Melanie und Stefanie spezielle Brillen mitgebracht. Diese simulieren die häufigsten Krankheiten, die zu einer Erblindung oder Sehbehinderung führen.

Brille zur Simulation einer Diabetischen Retinopathie

Die Basis ist Vertrauen.

Doch auch ein Infofilm erläutert die Herausforderungen, die sehbehinderte und blinde Menschen jeden Tag erfahren. Der interessanteste Teil der Schulung kommt jedoch zum Schluss: Alle Schulungsteilnehmer schlüpfen in die Rolle eines blinden Menschen. Mit Augenmasken und Blindenlangstöcken (Umgangssprachlich „Blindenstock“) machen sich unsere Kolleginnen und Kollegen paarweise auf den Weg ins Terminal – einer der beiden führt, der andere lässt sich führen. Was hier besonders deutlich wird, ist schnell offensichtlich: Ohne Vertrauen funktioniert es nicht.

Hilfreiche Tipps für den Alltag

Ein interessanter Schulungsnachmittag neigt sich dem Ende zu. Was bleibt sind neben unzähligen Erfahrungen hilfreiche Tipps, wie wir blinde und sehbehinderte Menschen unterstützen können:

  • Eine freundliche Vorstellung beim ersten Kontakt ist immer hilfreich
  • Zur besseren räumlichen Orientierung ist die visuelle Vorstellung einer Uhr hilfreich
  • Kontrastreiche Flächen können besser wahrgenommen werden
  • Fragen Sie beim Führen, wie genau es für den zu Führenden gewünscht ist – jeder findet sich in unterschiedlicher Weise am besten zurecht.
  • Beim Führen durch schmale Gänge ist es oftmals günstig, vorauszugehen und dem blinden oder sehbehinderten Menschen die Schulter oder auch die Hüfte zum Folgen anzubieten

Zum Mobility Service!

Seit 2008 begleiten unsere Mitarbeiter täglich Reisende, welche weite Strecken nicht zu Fuß gehen können oder auf einen Rollstuhl angewiesen sind, durch die zahlreichen Terminals vom oder zum Flugzeug…

Die Teams des Mobility Services tauchen selbst in die Welt eines Menschen ein, der nicht sehen kann.