NotSan – zu Besuch in der Rechtsmedizin

Zur Verdeutlichung der anatomischen Zusammenhänge des menschlichen Körpers unternahmen unsere Notfallsanitäter-Azubis eine Exkursion in die Rechtsmedizin...

In der Ausbildung zum/zur NotfallsanitäterIn nimmt auch die menschliche Anatomie – die Lehre vom Aufbau der Organismen – einen wesentlichen und wichtigen Bestandteil ein. Hierbei dreht sich alles um die Gestalt, die Struktur und die Lage von Körperteilen, Organen, des Gewebes oder der Zellen. In der Theorie mag das einfach klingen, doch wie sieht es in der Praxis aus?

Ausbildung zum/zur NotfallsanitäterIn

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Anatomische Zusammenhänge des menschlichen Körpers besser erfassen

Um die anatomischen Zusammenhänge des menschlichen Körpers besser zu erfassen und letztlich zu begreifen, stand für unsere Auszubildenden zum/zur NotfallsanitäterIn kürzlich ein Besuch in der Rechtsmedizin auf dem Lehrplan. Unseren Auszubildenden bot sich die Möglichkeit, eine klinische Sektion (auch Obduktion genannt) von Anfang bis Ende im Institut für Rechtsmedizin der Ludwig-Maximilians-Universität München zu verfolgen. Dank detailreicher Erklärungen des durchführenden Professors nahmen unsere künftigen NotfallsanitäterInnen lehrreiche Informationen zur Anatomie und Physiologie mit und konnten so ihre Kenntnisse vertiefen. Mit dieser Exkursion erzielte unser Ausbildungspartner eine realitätsnahe Darstellung theoretischer Ausbildungsinhalte.

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Über klinische Sektionen

Bei einer klinischen Sektion werden mit Hilfe einer inneren ärztlichen Leichenschau die Todesursache und die Vorerkrankungen eines verstorbenen Menschen zu klären versucht. Je nach Komplexität und Todesursache kann die Dauer mehrere Stunden (in der Regel zwei bis drei Stunden) betragen.

Eine Sektion beginnt mit der äußeren Besichtigung der Leiche zur Erfassung verschiedener Parameter wie beispielsweise Ernährungszustand, Körpergröße und Gewicht. Vor allem bei rechtsmedizinischen Sektionen stellt dieser erste Schritt einen wichtigen Bestandteil dar, denn äußere Verletzungen können bereits einen Hinweis auf die Todesursache geben.

Anschließend erfolgt die „innere Besichtigung“. Dieser Teil des Verfahrens gliedert sich in die Öffnung dreier Körperhöhlen, zu welchen die Schädelhöhle, die Brusthöhle sowie die Bauchhöhle zählen. Schrittweise werden hierbei die einzelnen Organe nach Farbe, Größe, Form etc. beurteilt sowie Auffälligkeiten dokumentiert. Alle entnommenen Organe werden dem Toten nach der inneren Besichtigung wieder beigegeben, die Hautschnitte vernäht und der Leichnam gewaschen.

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