10 FRAGEN AN… Lukas Zeitelberger, Auszubildender zum Notfallsanitäter

Lukas Zeitelberger ist Auszubildender zum Notfallsanitäter im ersten Lehrjahr. Da uns seine Meinung zur Ausbildung interessiert, haben wir ihm hierzu 10 Fragen gestellt.

Lukas Zeitelberger ist einer unserer Auszubildenden zum Notfallsanitäter. Im Herbst 2015 startete der 21 jährige seine theoretische Ausbildung am Lehrinstitut für Präklinische Rettungsmedizin in München. Da die Ausbildung zum Notfallsanitäter erst seit rund eineinhalb Jahren besteht, haben wir mit Herrn Zeitelberger ein Interview geführt und ihn nach seiner Meinung zur Ausbildung gefragt. Seine Antworten sollen Ihnen als InteressentIn oder auch BewerberIn einen besseren Einblick in dieses Berufsbild ermöglichen.

Andreas Pantele

Ausbildungsmanagement

+49 89 7422-0211

notsan@aicher-ambulanz.de

Wie sind Sie auf die Ausbildung zum/zur NotfallsanitäterIn aufmerksam geworden und was hat Sie an dieser Ausbildung besonders interessiert?

Nach Ende meiner Schulzeit standen mir zahlreiche Wege offen. Nachdem mir einige Freunde in meiner Heimatstadt von der Möglichkeit eines Bundesfreiwilligendienstes und ihrem Ausbildungsweg zum Rettungssanitäter sehr begeistert berichtet hatten, ist Ihre Motivation auf mich übergesprungen. Nach meinem Bundesfreiwilligendienst im Rettungsdienst wollte ich mein theoretisches und praktisches Wissen vertiefen, habe mich umfangreich informiert und bin auf die Ausbildung zum Notfallsanitäter gestoßen. Der Aufbau dieser Ausbildung und die medizinischen Kenntnisse, welche ich hier erwerben könnte, überzeugten mich.

Wie sind Sie auf die Aicher Ambulanz als Ausbildungsbetrieb gestoßen?

Nachdem mein Entschluss feststand und diese Ausbildung in meiner Heimatstadt nicht angeboten wird, habe ich mich natürlich nach einem Ausbildungsbetrieb umgesehen. Über das Lehrinstitut für präklinische Rettungsmedizin bin ich auf die Aicher Ambulanz aufmerksam geworden.

Hatten Sie bereits während Ihrer Schulzeit Interesse für medizinische Themen und im Speziellen für die Notfallmedizin?

Zunächst noch nicht. Erst mit den Erfahrungen im Lehrgang zum Rettungssanitäter ist das Interesse in mir stetig gewachsen.

Wie empfinden Sie den Aufbau dieser Ausbildung, also genauer gesagt die Gliederung in die drei Teile Berufsfachschule, klinische Ausbildung und praktische Ausbildung?

Der Aufbau gefällt mir sehr gut. Ich profitiere von der abwechslungsreichen Gestaltung des Unterrichts, da ich mein theoretisches Wissen unmittelbar in die Praxis umsetzen kann. Es motiviert sehr, wenn ich bereits erlernte Theorie in die Praxis umsetzen kann.

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Hatten Sie in Ihrer praktischen Ausbildung in der Notfallrettung bereits Einsätze, bei welchen Sie Ihr theoretisches Wissen anwenden konnten?

Ja, bei mehreren Einsätzen ist mir aufgefallen, wie viel wir in der Ausbildung bereits gelernt haben. Bei einem Einsatz lautete das Einsatzbild „Akutes Abdomen“. Als wir am Einsatzort eintrafen, hatte sich die Situation jedoch schlagartig verschlechtert. Die Patientin hatte einen Herz-Kreislaufstillstand und wurde reanimationspflichtig. Das zeigte mir, wie wichtig es ist, sich immer wieder neu auf die Situation einzulassen und dass wir vor Ort absolut flexibel sein müssen. Die Theorie im Hinterkopf zu behalten hilft jedoch sehr, in der Praxis zügig die richtige Entscheidung zu treffen.

Was hat Sie bisher in Ihrer Ausbildung am meisten fasziniert?

Oh das ist schwer zu beantworten – bisher fand ich sehr viele Themengebiete spannend. Was mich bislang neben den medizinischen Themen jedoch am meisten fasziniert hat, ist die Tatsache, wie schnell sich Einsätze während der Arbeit vor Ort verändern können. Das bedeutet für uns als Einsatzkräfte, dass wir uns von Beginn an einen möglichst weiten Blickwinkel bewahren und in der Lage sein sollten, schnell zu reagieren.

Im nächsten Moment kann alles anders sein

Lukas Zeitelberger, Auszubildender zum Notfallsanitäter

Auf welches Themengebiet Ihrer Ausbildung freuen Sie sich am meisten?

Grundsätzlich machen mir die Praxistage sehr viel Spaß! In praxisnahen Übungen können wir die Theorie direkt in die Praxis umsetzen. Das hilft mir zum einen, Techniken in einem sicheren Umfeld zu üben. Zum anderen lernen wir dabei auch, effizient im Team zu arbeiten. Doch auch wenn wir einem anderen Team bei einer Übung zusehen, lerne ich einiges. Durch die Nachbesprechung haben wir die Möglichkeit, uns sinnvolle und zielführende Methoden einzuprägen und diese selbst anzuwenden.

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Ein großer Bestandteil der Ausbildung stellt „Sozialkompetenz“ dar. Wie wichtig schätzen Sie diese ein, um zukünftig in Ihrem Beruf erfolgreich arbeiten zu können?

Sozialkompetenz empfinde ich für unsere Arbeit als äußerst wichtig. Bei nahezu jedem Einsatz stellt sich für uns die Herausforderung, auf unseren Patienten angemessen einzugehen und rasch einen tragfähigen Kontakt herzustellen. Auch die Angehörigen des Patienten, die oft mit vor Ort sind, dürfen wir nicht außer Acht lassen. Hierbei halte ich es für wesentlich, sich gedanklich nicht zu versteifen, sondern situationsadäquat zu reagieren. Das bedeutet für mich auch, dass ich während des Einsatzes immer wieder neu abwägen muss, ob mein Team und ich die Situation im Griff haben oder eventuell durch Feuerwehr oder Polizei Unterstützung benötigen.

Welche soziale Kompetenzen sollte ein Notfallsanitäter Ihrer Meinung nach mitbringen?

Meiner Meinung handelt es sich hier um mehrere soziale Kompetenzen, die ich mir als künftiger Notfallsanitäter aneignen sollte. Basis ist für mich die Empathie. Doch hiermit alleine ist es nicht getan. Unsere Patienten sind sehr unterschiedlich. Das heißt für uns, offen gegenüber kulturellen und religiösen Aspekten zu sein und den Patienten angemessen und geduldig zu begegnen. Die Vertrauensbasis, welche wir für jeden Einsatz herstellen sollten, erleichtert uns letztlich die Zusammenarbeit mit unseren Patienten und schafft auch eine Offenheit ihrerseits.

Als Notfallsanitäter sind wir grundsätzlich im Team unterwegs. Deshalb ist auch Teamfähigkeit eine Voraussetzung für unseren Alltag. Während der Ausbildung haben wir in zahlreichen Praxisübungen sowie in den praktischen Ausbildungsabschnitten die Möglichkeit, die Zusammenarbeit im Team zu üben.

Da wir während unserer Einsätze z.B. auch mit Medikamenten in Berührung kommen, müssen wir uns von Beginn an aneignen, möglichst genau zu arbeiten. Unsere Ansprechpartner im Einsatz, wie beispielsweise Notärzte, erwarten von uns zuverlässige Angaben. Diese sind für die weitere Behandlung äußerst wichtig.

Welchen Tipp geben Sie zukünftigen Bewerbern?

Interessenten für die Ausbildung zum Notfallsanitäter gebe ich den Tipp, sich vorab ausführlich mit dem Thema „Rettungsdienst“ zu befassen. Ein Praktikum kann relativ schnell aufzeigen, ob ich mit den Anforderungen zurechtkomme und was mich in diesem Job erwartet.

Bewerbern würde ich neben der ausführlichen Information rund um die Ausbildung raten, auch am Bewerbertag sowie im persönlichen Gespräch authentisch zu bleiben. Letztlich bringt mich diese „Echtheit“ auch im Beruf weiter und beeinflusst maßgeblich meine Zusammenarbeit mit meinen Teamkollegen, Patienten und Vorgesetzen.