Aicher-Wiesn-Snack – Geschichten rund um die Wiesn-Sanitätswache

Während der Wiesn erhielten die Vertreter der Tages- und Wochenpresse nahezu täglich unseren sogenannten "Aicher-Wiesn-Snack". Darin enthalten waren nicht die Schauermärchen, sondern die Erlebnisse unserer Kollegen rund um den Wiesn-Sanitätsdienst.

Nachfolgend findet ihr die beliebtesten Snack-Storys! Viel Freude beim Lesen wünscht euch
eure Aicher Ambulanz Union


Pressestelle Wiesn-Sanitätsdienst

Ulrike Krivec

+49 89 7422-0221

presse@aicher.de

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Der Mönch, der keiner war

Bei unserem ersten stark alkoholisierten Patienten handelte es sich - wie bereits in einer Schnellmeldung berichtet - um einen vermeintlichen Mönch. Bei genauerem Hinhören stellte sich jedoch schnell heraus, dass dieser keinerlei Kenntnisse des Ordenslebens aufwies. "Vor allem seine fehlenden Lateinkenntnisse schienen mir zweifelhaft", so ein anwesender Theologe. Bei genauerem Nachfragen und genauem Zuhören des Gesagtem unseres Patienten konnte die vermeintliche Tarnung des circa 50 jährigen Mannes jedoch aufgedeckt werden.

Sanitäterin weiß sich zu wehren!

Obwohl insgesamt eine harmonische Stimmung in der Aicher-Wiesn-Wache herrschte, stieg das Aggressionslevel im Laufe des Abends zunehmend. Dies bekam vor allem Natalie, 34 Jahre, zu spüren, die am Infopoint unsere fußläufigen Patienten in Empfang nimmt. "Plötzlich ging ein junger Mann auf mich los. Er packte mich am Arm und versuchte, mir eine runterzuhauen.", sagt Natalie. Kurz vor der Wiesn hatte sie einen unserer Deeskalations- und Selbstverteidigungskurse besucht - das Wissen war in diesem Moment Gold wert. So gelang es ihr, sich aus dem Griff zu befreien und den Schlag gekonnt abzuwehren. Der herannahende Kollege der Security war nicht mehr notwendig, jedoch sofort zur Stelle.

Zur Berichterstattung in der tz
presse-news/pressemitteilung-aicher-group-schult-mitarbeiter-in-deeskalation-und-selbstverteidigung

Rettungsgasse auf der Wiesn

Die Rettungsgasse ist auf deutschen Straßen inzwischen allseits bekannt - auf der Wiesn gilt sie jedoch leider für viele Besucher nicht. So vernahmen wir von vielen unserer Tragenstaffeln die große Herausforderung, sich einen Weg durch die Menge zu bahnen. Nur durch die Benutzung der Trillerpfeifen lassen sich einige der Besucher dazu bewegen, den Einsatzkräften Platz zu machen. Aber wir sind optimistisch und hoffen auf Besserung in den kommenden Tagen!

Ein Raum zum Schreien

Auch Wiesn-Besucher, die kurz mal Spannung abbauen, sind bei uns herzlich willkommen! So besuchte uns am frühen Nachmittag ein Mitte 20 jähriger Münchner mit einem besonderen Anliegen. Sein Wunsch war es, ein paar Mal laut schreien zu dürfen, um Spannungen abzubauen. Da er die anderen Wiesn-Besucher nicht verschrecken wollte, wandte er sich an uns und selbstverständlich kamen wir seinem Wunsch nach. In einem gesonderten Raum hatte er die Gelegenheit, so oft und so laut zu schreien, wie es ihm ein Bedürfnis war.

Ketchup im Ohr

Meldebild "Ketchup im Ohr"! So simpel das klingen mag, so unschön war es für unsere Patientin. Aus Spaß und ohne böse Absicht spritzte ein Wiesn-Besucher der Bedienung eines Festzeltes ohne Vorwarnung Ketchup ins Ohr. Da es sich hierbei um eine größere Menge der geschmackvollen Soße handelte, fand sich die Patientin bei uns in der Aicher-Wiesn-Wache zur Behebung der störenden Ohrgeräusche und des Fremdkörpergefühls im Ohr ein. Unsere Ärzte und Sanitäter konnte die Beschwerden sogleich mit einer umfangreichen Ohrspülung beheben. Anschließend untersuchte der behandelnde Arzt den Gehörgang noch auf Verletzungen. Glücklicherweise konnte unsere Patienten im Anschluss die Wiesn-Wache wieder verlassen.

Ricola gegen Sodbrennen

Ricola gegen Sodbrennen? Die Schweizer müssens ja wissen! So wünschte sich Michael aus Luzern ein Ricola gegen sein Sodbrennen. Da Schweizer Kräuterzucker standardmäßig auf der Wiesn nicht als Notfallmedikament vorhanden ist und eine rasch durchgeführte Umfrage auch keine Privatbestände zu Tage brachte, konnten wir ihm diesen Wunsch leider nicht erfüllen. Umso mehr freute uns sein heutiger Besuch, bei dem er unsere Medikamentenbestände um "Chrüterchraft" erweiterte.

*WSDS* Wiesn-Sanitätsdienst sucht den Superstar

Bereits vor dem sogenannten Italiener-Wochenende sorgte Guiseppe aus Neapel für Stimmung in unserer Wiesn-Wache. Unbeeindruckt von seinen Verletzungen und durch den Alkohol animiert gab er erstaulich text- und tonsicher italienische Popsongs zum Besten und brachte so etwas "Dolce Vita" in unseren Behandlungsraum.

Leider machte der Zustand des Patienten eine Verlegung ins Krankenhaus unumgänglich, sodass uns unser zukünftiger Star uns leider von der Trage winkend wieder verlassen musste. Dass es zu einem Recall kommt, können wir nicht ausschließen.

"Was schnelles fahren"

Das 83-jährige Münchner Kindl wollte unbedingt "was schnelles fahren"! Denn das Fahren von möglichst schnellen, hohen Fahrgeschäften ist die große Leidenschaft der älteren Dame, die vor zwei Jahren auch "Freefall" fuhr. Voller Enthusiasmus bestieg die Münchnerin ein Fahrgeschäft - noch bevor sie sich setzen konnte, rutschte die Dame aus und verletzte sich durch den Sturz am Hinterkopf. Die Fahrt setzte sie daher nicht im Fahrgeschäft sondern auf einer unserer Wiesn-Fahrtragen fort. Allerdings deutlich ruhiger... Die nächste Runde ging sicherheitshalber zur Kontrolluntersuchung in eine Münchner Klinik. Einer wilden Fahrt in der zweiten Wiesn-Woche sollte jedoch nichts im Wege stehen.

Nur die Liebe zählt!

So erinnerte sich ein Ende zwanzig jähriger Amerikaner nur noch an den Namen seiner Frau sowie an ihre amerikanische Handynummer.
Am frühen Mittwochabend fanden ihn Sicherheitskräfte bewusstlos vor einem Festzelt auf und verständigten sogleich den Sanitätsdienst. In der Sanitätswache angekommen, war unser Patient zwar wieder ansprechbar, jedoch konnte er sich weder an seinen eigenen Namen, seine Herkunft oder seinen Wohnort erinnern. Da der Anruf auf der angegeben - amerikanischen - Handynummer zuerst erfolglos war, recherchierten wir weiter und riefen bei einer in der Tasche gefundenen Hotelkarte an. Prompt antwortete uns der Portier, dass seine Frau ihn bereits verzweifelt suche und teile ihr dies per E-Mail mit, die sie offensichtlich auf ihrem Mobiltelefon empfing.

Die völlig aufgelöste Touristin machte sich sogleich mit dem Taxi auf den Weg zu uns in die Wiesn-Wache. Weinend vor Freude und Erleichterung schloss sich das seit einem Jahr verheiratete Paar gegen 22:30 Uhr in die Arme und konnte gemeinsam den Heimweg antreten. Heute morgen traten sie gemeinsam die Reise nach Venedig an.

Der Liebesbrief

Gleich mehrere Liebesbotschaften fanden wir nach Dienstende um 1:30 Uhr in unseren Behandlungsräumen. Nach genauer Analyse fanden wir heraus, dass beide für ein und die selbe Kollegin gedacht waren. Ein junger Patient beigeisterte sich ungemein für ihre Sommersprossen und hielt dies auf folgendem Notizzettel fest. Ob daraus eine neue, große Liebe wird, können wir aktuell noch nicht sagen. Wir wünschen Korbi jedoch viel Erfolg :-)

An Trage festgeklebt

Dass viele Patienten sich bei uns in der Sanitätswache pudelwohl fühlen - am liebsten gar nicht mehr gehen möchten - bewies gestern Abend unsere 21-jährige Patientin Marta aus Italien. Nach zu viel konsumiertem Alkohol kam sie mit Hilfe einer Tragenstaffel zu uns in die Sanitätswache.

Unsere Ärzte und Sanitäter peppelten sie soweit wieder auf, dass ihr Freund sie rund zwei Stunden später abholen konnte. Als dieser Moment jedoch gekommen war, fing sie bitterlich an zu weinen und obwohl ihr Freund sich rührend um sie kümmerte, konnte er sie nicht vom Mitgehen überzeugen.

Letztlich klebte sie sich sogar selbst mit Klebeband an eine unserer Tragen... Da wir ihr dennoch keine Herberge auf Dauer bieten konnten, überwand sie sich letztlich doch noch und stürzte sich gemeinsam mit ihrem Freund erneut ins Wiesn-Treiben.

​ Hendlweitwurf

"Heiß erwischt" hat es gestern den 40 jährigen Iren Anthony. Um dem Trubel im Zelt zu entkommen, bestellte er sich ein Hendl to go. Als dieses in einem Tütchen bei ihm ankam, wollter er seine leckere Errungenschaft erst einmal begutachten und nahm es ohne zu zögern aus der Tüte. Da das Hendl jedoch frisch aus dem Grill kam, verbrannte er sich die Finger an beiden Händen.


Hier nahm das Übel der Geschichte seinen Lauf: Aus Reflex warf er das gute Stück in die Menge, woraufhin ihn ein Security wegen des ungewollten Wurfgeschosses aus dem Zelt begleitete.

Es kam jedoch noch schlimmer: Anthony fiel erst nach seinem Rauswurf auf, dass seine Freunde noch Handy, Geld, Schlüssel sowie die Kontaktdaten des Hotels bei sich trugen. Bei uns angekommen, erinnerte er sich vor Aufregung nicht einmal mehr an den Namen des Zeltes. Zum Glück kamen seine Freunde nach kurzer Zeit auf die Idee, ihn zu suchen und holten den vor Verzweiflung weinenden Anthony bei uns in der Sanitätswache ab.

"Wohnungsöffnung" der besonderen Art

Auf eine "Wohnungsöffnung" rückte eine unserer Fahrtragen gestern gemeinsam mit den Kollegen der Berufsfeuerwehr München aus. Der Gast eines Bierzeltes hatte sich in der Toilette verbarrikadiert und reagierte nicht auf Ansprache von außen. Das bedeutet für uns bereits höchste Alarmstufe. Zudem war ein Öffnen der Tür augenscheinlich aufgrund der Lage des Patienten nicht möglich.

Unsere Trage erreichte die Einsatzstelle in wenigen Minuten. Bis dahin hatte der vermeintliche Patient jedoch bereits auf die Weckversuche des Zeltpersonals reagiert und die Toilettenkabine gesund und munter wieder verlassen.

Au Backe!

Einen ungewöhnlich großen Spreisel präsentierte uns gestern eine 32 jährige Wiesn-Besucherin. Beim Rutschen auf einer Bierbank hatte sich der gut 15 cm große Holzsplitter von der Bank gelöst und quer in ihre Pobacken gespießt. Das gute Stück hatte sich sehr tief in die Haut gebort und war selbst nach mehreren Versuchen nicht zu entfernen. Dies machte einen Schnitt mit dem Skalpell unumgänglich. In unserem chirurgischen Eingriffsraum gelang es unseren Ärzten nach gut einer Stunde, den Spreisel zu entfernen und die junge Dame wieder ins Treiben zu entlassen.

Sitzfleisch, die Zweite

Dass sich abgebrochene Bierkrüge nicht als Sitzgelegenheit eignen, erfuhr ein circa 25 jähriger Australier gestern am eigenen Leib. Auf der Suche nach einem Sitzplatz übersah er einen abgebrochenen Bierkrug und setzte sich auf diesen.

Zwei Freundinnen brachten ihn schließlich zu uns in die Sanitätsstation. Um den Blutfluss zu stillen, drückten beide den ganzen Weg über beherzt jeweils auf eine Pobacke. Nachdem unsere Ärzte den jungen Mann in unserem Eingriffsraum mit einer chirurgischen Wundnaht versorgt hatten, konnte dieser seinen Wiesn-Besuch - vorzugsweise im Stehen - fortsetzen.