Einblicke in unsere Sanitätswache

Rund 800 qm stehen uns als Sanitätsdienst innerhalb des Servicezentrums auf der Theresienwiese während des Oktoberfestes zur Verfügung. Wie die einzelnen Räumlichkeiten genau ausgefüllt sind und wie unsere Patienten uns erreichen, erfahren Sie nachfolgend.

Infopoint und Tragenstaffeln – so finden unsere Patienten den Weg zu uns

Grundsätzlich bestehen für erkrankte Wiesn-Besucher zwei Möglichkeiten, zu uns in die Wiesn-Wache zu kommen. Über den Infopoint am Eingang des Servicezentrums gelangen alle fußläufigen Patienten zu uns – nicht immer ist es eine ernsthafte Erkrankung, die hier im Vordergrund steht. Unsere Kollegen geben bei kleinen, oberflächlichen Schürfwunden und Druckstellen an den Füßen kostenfrei Wundpflaster, Blasenpflaster und – im Fall der Fälle – verschiedene Hygieneartikel aus.

Der Infopoint ist über den Eingang "Erste Hilfe" erreichbar.

Immer wieder gelangen erkrankte Besucher in Begleitung von Angehörigen und Freunden zu uns. Dies erfordert von unseren Kollegen am Infopoint eine Entscheidung „auf den ersten Blick“: Handelt es sich um eine ernsthafte – lebensbedrohliche – Erkrankung, die ein Arzt umgehend behandeln muss? Damit diese Entscheidung sicher getroffen werden kann, sind auch unsere Kollegen am  Infopoint ausgebildete Rettungsassistenten und Rettungssanitäter. Während der Wiesn 2018 versorgten unsere Kollegen am Infopoint insgesamt 1743 Patienten.


12 Tragenstaffeln für schnelle Hilfe auf dem gesamten Gelände

Ist ein Wiesn-Besucher schwerer erkrankt und kann nicht mehr selbstständig gehen, holt ihn eine unserer insgesamt zwölf Tragenstaffeln ab. In diesen Fällen handelt es sich beispielsweise um einen Kreislaufkollaps, stark alkoholisierte Personen oder auch um stark blutende Wunden – das Spektrum ist hierbei sehr weitläufig. Noch am Einsatzort führen unsere Kollegen notwendige medizinische Maßnahmen durch, um einen sicheren Transport bis zur Sanitätswache zu gewährleisten.

Nach Eintreffen am Servicezentrum nehmen unsere Kollegen im geschützten Raum die Schutzhaube ab und begleiten den Patienten bis zur Triage. Dort findet die Übergabe statt.


Damit unsere jeweils fünf Kollegen jeder Tragenstaffel möglichst schnell am Einsatzort eintreffen, sind diese neben der Sanitätswache auch an zwei Sanitätscontainern unweit der U-Bahn Theresienwiese in der Schaustellerstraße auf dem Festgelände sowie an der Matthias-Pschorr-Straße Ecke Bavariaring (gegenüber Toboggan) stationiert. Dies ermöglichte während der Wiesn 2018 ein Eintreffen von durchschnittlich 4:42 Minuten nach der Alarmierung.

Oide Wiesn

Die Oide Wiesn verfügt zusätzlich über einen eigenen Sanitätscontainer mit fünf vor Ort stationierten Kollegen.


Triage – Ärzte und Sanitäter sichten unsere Patienten

Die erste Station nach dem Eintreffen in der Sanitätswache ist die sogenannte „Triage“. Jeweils ein Arzt sichtet gemeinsam mit einem Sanitäter den eingetroffenen Patienten und entscheidet das weitere Vorgehen. Über einen in der Triage angebrachten Monitor sind unsere Kollegen durchgehend über die Meldebilder der eintreffenden Patienten informiert. Dies ermöglicht es ihnen, vorbereitende Maßnahmen zu treffen. Bei der Sichtung stehen folgende Aspekte im Fokus:

  • Ist der Patient ansprechbar?
  • Gibt es Verletzungen, die chirurgisch versorgt werden müssen?
  • Hat der Patient Schmerzen und wie stark sind diese?
  • Hat der Patient Vorerkrankungen, die für den aktuellen Gesundheitszustand und die weitere Behandlung relevant sind?

Der Arzt entscheidet im Anschluss, welche Behandlung der Patient benötigt und teilt ihn unserem Behandlungsraum, dem Überwachungsraum, dem Ruheraum oder – in akut lebensbedrohlichen Fällen – dem Akutraum zu.


Akutraum

Für akut lebensbedrohlich erkrankte Patienten verfügt unsere Sanitätswache über einen Akutraum. Dieser schließt direkt an die Triage an und dient der Durchführung lebensrettender Maßnahmen sowie der Stabilisierung des Patienten. Sobald der Zustand des Patienten es erlaubt, wird dieser durch einen Rettungswagen in eine nächstliegende, geeignete Klinik zur weiteren Behandlung verlegt.

Überwachungsraum in der Sanitätswache des Servicezentrums auf dem Oktoberfest


Behandlungsraum

In unserem Behandlungsraum, welcher ebenfalls direkt an die Triage anschließt, versorgen unsere Ärzte und Sanitäter als Team leichte Erkrankungen und Verletzungen. Bestenfalls kann der Patient im Anschluss an die Behandlung selbstständig das Servicezentrum verlassen. Ist dies nicht möglich, der Patienten jedoch transportfähig, wird er mit einem Kranken- oder Rettungswagen in eine geeignete Klinik zur weiteren Behandlung verlegt. 


Chirurgische Wundversorgungen – hierzu zählt primär das Nähen von Platzwunden oder Schnittverletzungen – nehmen unsere Ärzte direkt vor Ort in zwei chirurgischen Wundversorgungsräumen vor. Während der Wiesn 2018 versorgte unser Team rund 501 Wunden. Um Kindern eine möglichst beruhigende Atmosphäre zu schaffen, haben wir einen der beiden Räume speziell für die Behandlung von Kindern eingerichtet.


Ruheraum

In unserem Ruheraum stehen rund 13 Behandlungsliegen bereit, um körperlich erschöpften Besuchern ein wenig Ruhe zu gönnen. Auch leicht alkoholisierte Besucher, die ansprechbar sind und keine weitere Erkrankung haben, sind in unserem Ruheraum gut versorgt. Sechs Sanitäter sowie ein Raummangager sind anwesend. Sollte sich der Zustand unerwarteter Weise verschlechtern, ist eine Verlegung in den Behandlungs- oder Überwachungsraum jederzeit möglich.


Überwachungsraum

Überwachungsraum in der Sanitätswache des Serviczentrums auf dem Oktoberfest


Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird darauf verzichtet, geschlechtsspezifische Formulierungen zu verwenden. Soweit personenbezogene Bezeichnungen nur in männlicher Form angeführt sind, beziehen sich diese auf Männer und Frauen in gleicher Weise.